Mala zwischen Tradition und Alltag
Die Mala ist eine traditionelle Gebetskette, die vor allem im Buddhismus und Hinduismus verwendet wird. Ihr Name stammt aus dem Sanskrit und bedeutet „Girlande“ oder „Kette“. Typischerweise besteht eine Mala aus 108 Perlen und einer zusätzlichen, häufig etwas größeren Guru-Perle.
Die Zahl 108 besitzt in verschiedenen buddhistischen und hinduistischen Traditionen eine besondere Bedeutung. Welche Symbolik ihr zugeschrieben wird, unterscheidet sich jedoch je nach Lehre und Tradition. Bei der Meditation dient die Mala vor allem als praktische Zählhilfe: Für jede Wiederholung eines Mantras wird eine Perle weitergeführt. Nach einer vollständigen Runde wird die Guru-Perle traditionell nicht überschritten, sondern die Richtung gewechselt.
In Nepal gehört die Mala bis heute ganz selbstverständlich zum Alltag. Besonders gut lässt sich das morgens und abends rund um den Boudhanath Stupa in Kathmandu beobachten. Während der Kora, der rituellen Umrundung des Stupa, tragen viele Menschen ihre Mala in der Hand und bewegen die Perlen beim Gehen durch die Finger. Andere tragen sie um den Hals oder ums Handgelenk.
Gleichzeitig ist die Mala längst nicht ausschließlich ein religiöser Gegenstand. Unterschiedliche Materialien, Farben und Gestaltungen machen sie ebenso zu einem Schmuckstück und persönlichen Begleiter. Tradition und Gegenwart schließen sich dabei nicht aus. Ob eine Mala zur Meditation, im Alltag oder einfach als Schmuck getragen wird, bleibt eine persönliche Entscheidung.